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Franziskanerinnen in Hüsten

Die Ordensschwestern im Karolinen-Hospital

Franziskanerinnen von der ewigen Anbetung Olpe

von 1870 – 1999 im Karolinen-Hospital in Hüsten

In der Mitte des 19. Jahrhunderts erforderte die stark wachsende Bevölkerung in Hüsten eine umfassendere medizinische Grundversorgung. Dies führte zu dem Wunsch, ein Krankenhaus zu errichten.

Einige Schenkungen schufen eine Basis und durch die Initiative der gräflichen Familie zu Fürstenberg wurde in den Jahren 1868 und 1869 das Krankenhaus gebaut, erhielt den Namen der Gräfin von Fürstenberg „Caroline“ und hat diesen Namen bis in die heutige Zeit behalten.

Der Graf von Fürstenberg übergab das Haus 1870 der Kirche. Als aber die staatliche Genehmigung eingeholt wurde, erlaubte die Regierung die Verwaltung der Anstalt durch den Kirchenvorstand nicht. Sie forderte, dass das Krankenhaus als eine besondere Stiftung von einem Kuratorium verwaltet wird. Nach langen Verhandlungen wurden 1885 die Statuten festgelegt. Graf Fürstenberg und der Pfarrer von Hüsten wurden zu geborenen Mitgliedern des Kuratoriums und es mussten allezeit katholische Ordensschwestern angestellt werden.

Quelle: Heimatkalender für den Amtsbezirk Hüsten 1922

Unabhängig von diesen rechtlichen Bedingungen hatte Pfarrer Joseph Schmidt von Hüsten bereits während der Bauzeit die Franziskanerinnen in Olpe darum gebeten, die Krankenpflege im Karolinen-Hospital zu übernehmen. Pfarrer J. Schmidt war vor seiner Aufgabe als Gemeindepfarrer in Hüsten bis 1867 der Superior der Schwestern in Olpe. Die Ordensgründerin, die selige Mutter Maria Theresia Bonzel begleitete am 7. Januar 1870 die ersten vier Schwestern nach Hüsten. Es war das zweite Haus, in dem die Schwestern außerhalb von Olpe lebten und wirkten. Während des deutsch-französischen Krieges 1870/71 kam eine fünfte Schwester hinzu. 

Die Zahl der Schwestern wuchs bis zum Jahr 1922 auf 20 an. Das Krankenhaus war in vielen Bereichen Selbstversorger und hatte einen großen Gemüsegarten, einen Geflügelhof für 80 Hühner, 20 Enten und 10 Gänse. Die Pflege der Kranken und der Haushalt lagen in den Händen der Franziskanerinnen von Olpe. Sie sorgten für Küche, Garten und Vieh, Nähstube und Kapelle ebenso wie für die Lungenkranken und die Säuglinge. Darüber hinaus kümmerten sich die Schwestern um die Buchhaltung und den Kindergarten (damals Kinderverwahrschule).

"Nachdem die Ordensgenossenschaft der Armen Franziskanerinnen in Olpe grundsätzlich bereit war, die für eine Krankenpflegeschule erforderlichen Lehrkräfte zur Verfügung zu stellen, fasste das Kuratorium den einstimmigen Beschluss, eine Ausbildungsstätte für Krankenpflegeberufe zu schaffen und diese dem Karolinen-Hospital anzugliedern."

(Zitat aus Festschrift zum 10-Jährigen)

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Von links nach rechts: Provinzoberin Sr. Ruthgardis, Chefarzt Dr. Richard, Generaloberin Mutter Fabiana, Oberin Sr. Adelhilde, Freiherr Wennemar von Fürstenberg

 

Quelle: Eröffnungsfeier der Schwesternschule am 29.4.1959 - Festschrift zum 10-jährigen Jubiläum der Schule

Im 2. Weltkrieg haben die Schwestern, nach dem Attentat vom 20. Juli 1944, Christine Teusch in Schutzhaft genommen und so vor einer Gefängnisstrafe oder schlimmer vor dem Tod bewahrt.

In der Zeit vom 27. Februar bis 1. März 1946 trat ein Ausschuss der CDU zu seiner konstituierenden Sitzung im Refektorium des Krankenhauses zusammen. Delegierte waren Dr. Konrad Adenauer, Christine Teusch, Maria Weber, Essen, Bgm. Dr. Schwerin, Köln, Bgm. Dr. Holzapfel, Herford. In dieser Zusammenkunft wurde Dr. Konrad Adenauer (der spätere 1. Bundeskanzler der BRD) zum Vorsitzenden des Zonenausschusses gewählt. Das Ergebnis der Tagung war das sogenannte Hüstener Programm, das erste CDU-Parteiprogramm.

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Quelle: 1966 nach 20 Jahren besucht Dr. Adenauer die Schwestern im Karolinen-Hospital - Freiheit Hüsten 1985 ISBN 3-89053-010-0

Im Jahr 1999 gaben die Schwestern ihre Tätigkeit für das Karolinen-Hospital auf.

 

Viele Schwestern haben bis zu ihrem Lebensende im Hospital gearbeitet und wurden nach ihrem

Tod auf dem St. Petri-Friedhof beerdigt. Die erste war die Oberin Gervasia Rave, die allerdings noch auf dem „alten Friedhof“ nahe der St.-Petri-Kirche begraben wurde. Dieser wurde 1908 aufgegeben und ein neuer am Müscheder Weg errichtet. Dort sind bis 1994 vierunddreißig Schwestern zur Ruhe gebettet worden. Die für sie errichteten Gedenkkreuze wurden aufgrund ihrer Baufälligkeit ersetzt durch eine Gedenkstätte auf dem Petri-Friedhof.   

Quellen

F.A. Höynck: Geschichte der Pfarreien des Dekanats Arnsberg / Hüsten

Heimatkalender für den Amtsbezirk Hüsten 1922 / Beitrag Hospitalarzt Dr. Knoche

Franziskanerinnen, Olpe

Wikipedia: Christine Teusch

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