
Dallmer
Erkunden Sie die Firmenhistorie von Dallmer.
1913 gründet Graveurmeister Johannes Dallmer in Neheim, Blumenstraße, eine Graveur- und Prägeanstalt. Als Zulieferer von Stempeln, Prägungen und Prägewerkzeugen erlangt das Unternehmen schnell hohes Ansehen. Der Schwerpunkt der Werkstatt liegt auf der Herstellung von Guss- und Stanzformen für die damals mit auffallenden Ornamenten verzierten Arme von Lüstern und Lampen. Vor allem die feinen Ziselierarbeiten tragen zum exzellenten Ruf des Betriebs bei. Neben den für die Industrie- und Handwerksbetriebe bestimmten Formen fertigt Johannes Dallmer häufig auch individuelle Produkte für Kunden, darunter Schmuck, Siegel- und Trauringe oder Zigarettenetuis mit hübschen, künstlerisch anspruchsvollen Gravuren. Mit kreativem Erfindergeist und exzellentem Know-how schafft Johannes Dallmer die Basis für einen traditionellen Handwerksbetrieb.

1923 wird der Sohn Helmuth Dallmer geboren. Er beginnt seine Lehrzeit als Graveur im Familienunternehmen. Im Jahr 1941 besteht Helmuth Dallmer seine Gesellenprüfung. Nach seiner Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft führt er den Betrieb zusammen mit seiner Mutter fort und lenkt die Innovationskraft des Unternehmens zielstrebig in die vom Vater geebneten Bahnen.1950 übernimmt Helmuth Dallmer die Fortführung des Unternehmens mit der Produktion von Druckwalzen für Tapeten und induktiv gehärteten Stahlwalzen für die Herstellung von Tortenspitzen. Er scheut sich nicht, seine Ideen in die Tat umzusetzen, notfalls zunächst auch auf eigene Kosten. Während Helmuth Dallmer tags das Handwerk des Graveurs ausführt, befasst er sich nach Feierabend mit einem Material, dessen Eigenschaften ihn reizen, mit ihnen zu experimentieren: Bakelit, der erste vollsynthetische Kunststoff. Bereits 1957 fertigt er erste Bakelit Artikel wie Griffe, Schalterknöpfe und Sockel für die Brotröster an. Schnell erkennt er das Innovationspotenzial, das sich im formbaren Kunststoff verbirgt, und er dehnt seine Studien in bis dato fremde Handwerksbranchen aus. Anfang der 1960er Jahre beginnt er mit der Fertigung von Verbindungsstücken, Geruchsverschlüssen und Bodenabläufen, zunächst aus Polyäthylen, später aus Polypropylen. Im Verlauf der folgenden fünf Jahre entwickelt sich die Sanitärtechnik zum Dreh- und Angelpunkt im Fertigungsprozess. Die revolutionäre Erfindung, der erste Röhrensiphon aus Kunststoff, eine elegante und handwerkerfreundliche Lösung, entwickelt sich zum Standard in der Sanitärbranche.
1977 erfindet Helmuth Dallmer als passionierter Reiter und Pferdeliebhaber den Hufschuh, einen nagellosen Hufschutz aus Kunststoff zur Behandlung verschiedener Hufkrankheiten. Stößt seine innovative Lösung anfänglich in dieser traditionellen Branche aus Skepsis, so ist sie heute dank der Beharrlichkeit von Helmuth Dallmer anerkannter Stand der Technik.

1964 wird mit dem Bau des heutigen Firmenkomplexes in Arnsberg-Herdringen, Wiebelsheidestraße, begonnen. Die Zahl der Beschäftigten wächst rasch auf über 100 an, der Maschinenpark wird erweitert und der Vertrieb im In- und Ausland expandiert.
1966 tritt Johannes Dallmer als dritte Generation in das Unternehmen ein, absolviert, ebenso wie sein Vater und Großvater, eine Lehre als Graveur und ergänzt sein praktisches Wissen mit einem technischen Ingenieur- und Wirtschafts-Studium. Die gestalterischen Elemente, die er während seiner Ausbildung kennen lernt, prägen seinen weiteren beruflichen Werdegang. Früh erkennt er, dass sich das Bewusstsein der Menschen stark verändert – weg vom Bad als reinem zweckerfüllenden Ort hin zum wertvollen, schönen Lebensraum. Formgebende Elemente werden immer wichtiger. Mit seiner Treffsicherheit für geschmackvolles Design forciert er die Fertigung hochwertiger Design-Objekte. Die Erfindung der Design-Roste im Jahr 2001 ist ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte des Unternehmens. Eine weitere innovative Design-Linie schließ sich kurz darauf an, die Duschrinne für bodengleiche Duschen. Diese Design Kompetenz wird mit begehrten Preisen bedacht, den Red Dot Award, die Auszeichnung Good Design und der iF Design Award sind nur einige davon.

2008 tritt Yvonne Dallmer in der vierten Generation in das Unternehmen ein. Nachdem sie einige Jahre in Spanien gearbeitet hat, kehrt die Diplom-Betriebswirtin ins Sauerland zurück, um die Geschäftsführung zu verstärken und mit innovativen Ideen die Unternehmensgeschichte weiter zu schreiben. Dabei ist der Produktionsstandort Deutschland ein wichtiger Wettbewerbsvorteil für das Unternehmen, garantiert er doch schnelle Reaktionszeiten und kurze Wege für die Kunden. Das Miteinander ist geprägt von Respekt. Werte wie Fleiß und Bodenständigkeit wird den Mitarbeitenden glaubwürdig vorgelebt und schafft eine solide Basis für ausgeprägten Teamgeist und eine geringe Fluktuation. Die Stärkung des Teamgeistes beginnt für DALLMER bei der Förderung von leistungsstarken, engagierten Nachwuchskräften, die meist aus der Region stammen und mit ihr verwurzelt sind. Auszubildende, die bei DALLMER ihre Lehrzeit absolvieren, werden in der Regel vom Unternehmen übernommen und erhalten so die Chance, sich in ihrer Heimat ein berufliches Standbein zu sichern. So festigt DALLMER seine Position als modernes, konkurrenzfähiges und innovationsstarkes Unternehmen, das sich täglich neu erfindet.

Quelle: Festschrift 100 Jahre DALLMER
Verfasser: Andrea Schnock
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